Schülerzeitung

Auf den Spuren von Indiana Jones...

Archäologe, ein spannender Beruf!

Interview mit meinem Opa, Hermanfrid Schubart, emeritierter Professor für Prähistorische Archäologie an der Uni München und ehemaliger Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Madrid.

Frage: Wie sieht der Alltag eines Archäologen aus?

Antwort: Der Alltag eines Archäologen findet hauptsächlich am Schreibtisch statt! Nur ca. 10% der Zeit verbringt man mit der Ausgrabung, der Rest ist Dokumentation und Auswertung.

Frage: Wie wird man Archäologe, wie lange dauert die Ausbildung?

Antwort: Man absolviert ein normales Studium an der Uni. Je nachdem wie motiviert man ist, dauert das zwischen 4 und 6 Jahren.

Frage: Gibt es unterschiedliche Arten von Archäologie? Wenn ja, welche?

Antwort: Es gibt viele unterschiedliche Fachrichtungen. Man unterscheidet zwischen Epochen oder Regionen. Die Ägyptologie z.B. befasst sich mit den Ägyptern, die Altamerikanistik mit den Maya, Azteken und Inka. Die Klassische Archäologie mit den Römern und Griechen und die Vor- und Frühgeschichte mit den Menschen, die lebten, bevor Schrift erfunden wurde. Das sind nur ein paar Beispiele, es gibt noch einige mehr!

Frage: Verdient man als Archäologe viel Geld?

Antwort: Im Vergleich verdient man vielleicht so viel wie ein Studienrat an der Schule. Ist man Professor an einer Uni, verdient man mehr. Aber viele Archäologen arbeiten gar nicht mehr in ihrem Fach, sondern sind z.B. im Verlagswesen oder in Museen, da sind die Gehälter dann ganz unterschiedlich.

Frage: Kann man behalten, was man findet?

Antwort: Oh nein! Das darf man auf keinem Fall! Das ist auch gesetzlich verankert: Funde muss man abgeben. Aber das ist dem Archäologen auch nicht so wichtig. Ihm geht es nicht um den Besitz – sondern um die Erkenntnis!

Frage: Gibt es viele Leute, die Archäologen sind?

Antwort: Es gibt nicht so viele, wie beispielsweise Geschichtslehrer - weil es auch nicht so viele Anstellungen für Archäologen gibt. Und viele studierte Archäologen arbeiten dann eben auch nicht mehr bei Ausgrabungen sondern in anderen Bereichen. Ich kenne z.B. einen, der ist nun Weinhändler. Viele Archäologen arbeiten bei der Denkmalpflege (schätzungsweise mehr als die Hälfte).

Frage: Welche Berufe sind ähnlich?

Antwort: Die Paläontologie ist ähnlich, da wird auch ausgegraben, aber nur Tiere und Pflanzen. Historiker gehen auch der Frage nach der Geschichte des Menschen nach. Auch die Kunstgeschichte befasst sich damit. Und die Geologie ist auch ein wenig ähnlich, da wird die Erdgeschichte erforscht.

Frage: Ist die Arbeit als Archäologe bei Grabungen anstrengend?

Antwort: Eine Grabung kann sehr anstrengend sein. Wobei die schwere Arbeit oft von Studenten oder angestellten Arbeitern gemacht wird. Aber dann muss man an vielen Stellen gleichzeitig den Überblick behalten und sehr viel dokumentieren. Will man eine Grabung ordentlich machen, organisieren und dokumentieren, dann ist es viel Arbeit. Das hängt von jedem einzelnen selbst ab.

Frage: Ist die Archäologie heute anders als früher?

Antwort: Heutzutage sind die Methoden verfeinert. Ein Herr Schliemann in Troja machte noch alles selbst. Heute nehmen außer den Archäologen noch Anthropologen teil, die sich gut mit menschlichen Knochen auskennen. Biologen und Zoologen untersuchen Pflanzenreste und Tierknochen. Oder Bodenkundler, manchmal auch Epigraphen, wenn man es etwa mit Inschriftenfunden zu tun hat. Es wird mehr fachübergreifend gearbeitet und die einzelnen Disziplinen helfen sich gegenseitig. Diese Zusammenarbeit ist gut und wichtig.

(Sarah Schubart, 6d, hat das Interview geführt und viele interessante Funde gemacht!)