Schülerzeitung

Rezension: Die Känguru-Chroniken

Die Känguru Chroniken – Ansichten eines vorlauten Kängurus   

Die Känguru Chroniken von Marc-Uwe Kling sind ein Episodenroman, in diesem Fall eine Sammlung aus 38 mit Witz und Finesse geschrieben Kurzgeschichten über Politik, Alltag und den Kapitalismus. Sie sind im Jahr 2009 im Ullstein Verlag erschienen.

In diesem Buch geht es um Marc-Uwe selbst, fast. Seitdem ein kommunistisches Känguru bei ihm eingezogen ist und es seine Gedanken über diverse Themen preisgibt, schreibt er als Chronist alles auf, was es so von sich gibt. Auf diese Weise entstehen viele interessante Gespräche, Theorien und seltsame Situationen, die in den einzelnen Kapiteln geschildert werden. Auf diese Weise entstehen diverse Running Gags, welche sich auch auf verschiedene historische Ereignisse, Personen oder Kulturen beziehen.

Mir hat das Buch echt gut gefallen, da ich diese Mischung aus schwarzem Humor und Gesellschaftskritik einfach liebe. Marc-Uwe Kling hat es geschafft, komplexere Themen wie Politik oder Rechtsextremismus mit einer guten Prise Humor verständlich und lustig zu gestalten, ohne sie direkt ins Lächerliche zu ziehen.

Ich empfehle dieses Buch allen, die mal etwas über eine ehrliche und zugleich humorvolle Weltanschauung erfahren wollen. Für diejenigen, die Hörbücher bevorzugen, empfehle ich die Mitschnitte von Lesungen des Buches. Marc-Uwe Kling schafft es, durch seine spezielle Art des Vorlesens und seine Betonung in bestimmten Situationen noch etwas mehr Leben in dieses verrückte Buch zu bringen.

(Tom Wenke, 8a)

Achtung, Krokodile!

An einem schönen Sommertag saß Benni an seinem Schreibtisch und starrte auf seine Hausaufgaben. Gestern war er in die 3. Klasse gekommen. Benni seufzte und dachte über den heutigen Tag nach. In der Schule hatte er sich neben Linja gesetzt. Die hatte ihm einen Zettel gereicht, auf dem stand: Hast du Mut? Komme heute Nacht an den Fluss Suri! PS: Bist du da, gehörst du zu den „Spinx“. Benni fand, dass die Spinx die coolsten Kinder von der ganzen Schule waren. Zu Fabi, Linja, und Sven zu gehören, war schon immer sein Traum gewesen. Er würde also kommen.

Um halb eins machte Benni sich auf den Weg zum Suri. Er wurde schon von Fabi, Linja und Sven erwartet. Fabi hatte rote Locken und ein schiefes Grinsen. Linja schwarzes Haar und lange funkelnde Ohrringe. Sven war groß und sportlich. Benni schluckte. Zögernd kam er näher. Auf einmal schlugen die Kirchenglocken. Es war ein Uhr. Die Spinx bemerkten Benni jetzt. Linja rief: „Hey Benni! Komm her!“ Schnell rannte Benni zu ihr herüber. „Na, alles klar?“, begrüßte Fabi ihn. Sven meinte: „So, Benni, wir haben eine kleine Mutprobe vorbereitet.“ Er grinste fies. Benni rutschte das Herz in die Hose. Er stotterte: „W…, w…, was?!“. Fabi nickte: „Ja, ja. Aber die Mutprobe ist nicht schlimm.“ „Genau“, sagte Linja, „nur über die Suri springen.“ Benni starrte sie an. Ihm schlotterten die Knie. „Ü…, Über die Suri sp…, springen?“, fragte er noch einmal. „Ja, Mann!“, antwortete Sven genervt. Und ehe Benni noch etwas sagen konnte, nahm er Anlauf und sprang über die Suri. Fabi und Linja jubelten. Dann sprangen auch sie über den Fluss. „Los Benni! Los!“, riefen sie. Benni schüttelte ängstlich den Kopf. Sein Vater hatte im Fernsehen gesehen, dass es Krokodile in der Suri gab. Auf einmal bemerkte er einen großen schuppigen Leib im dunklen Wasser. „Oh Gott, Benni!“, ertönte da Linjas Stimme. Benni fuhr herum. Hinter ihm waren zwanzig riesige Krokodile. Ihre Augen leuchteten wie Feuerbälle in der dunklen Nacht. Ihr Grunzen war dunkel und dröhnend. Schwerfällig stampften sie zu ihm herüber. Drohend rissen sie ihre gewaltigen Mäuler auf, sodass Benni viele spitze gelbe Zähne sehen konnte. Benni wurde kreidebleich, schrie wie am Spieß und rannte los. Am anderen Ufer standen die Spinx und starrten die Krokodile an. Benni war am Ufer angekommen. Aber kurz bevor er abspringen konnte, stolperte er und fiel hin. „Au!“, brüllte er und hielt sich sein Handgelenk. Plötzlich rutschte Schlamm unter ihm weg und er landete im eiskalten Wasser der Suri. Er ging unter, kam aber wieder hoch. Verzweifelt versuchte er gegen die Strömung anzuschwimmen. Da stieß etwas an sein linkes Bein. Entsetzt versuchte Benni zu erkennen, was das war. Aber das Wasser war zu dunkel und aufgewühlt. Mit letzter Kraft schwamm Benni ein Stück in Richtung Ufer. Er krallte sich mit seinen Fingern in die glatte Böschung. Sofort waren die Spinx da und halfen ihm aus dem Wasser.

Bibbernd, erschöpft und unendlich erleichtert ließ er sich zu Boden sinken. „Äh, ja, bis dann Benni“, murmelte Sven. „Bye-bye“, meinte auch Fabi. Nur Linja blieb noch. Erst schwiegen beide. Irgendwann sagte Linja: „Das hast du toll gemacht, das war super mutig von dir.“ Sie gab Benni ein kleines Fläschchen aus grünem Glas, das mit Sand gefüllt war. „Unser Markenzeichen, echt aus der Sahara“, erklärte sie. Dann verschwand auch sie in der Nacht.

Bente (5c)