Schulentwicklung

Qualifizierungskonzept für Seiteneinsteiger/innen

Grundsätze der Ausbildung

Grundlage für die Qualifizierung ist der Erlass Einstellung von Bewerberinnen und Bewerbern ohne Lehrbefähigung vom 23.04.2004 sowie der zwischen dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin und dem MBF geschlossene Arbeitsvertrag.

Die Qualifizierung orientiert sich an der OVP und den allgemeinen und fachspezifischen Ausbildungsstandards für Lehrkräfte in Ausbildung.

Die berufsbegleitende Qualifizierungsphase erstreckt sich in der Regel auf zwei, bei halber Stundenzahl auf vier Jahre.

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin erteilt im ersten Qualifizierungsjahr 18 (bei halber Stundenzahl in den ersten beiden Qualifizierungsjahren 9) Unterrichtsstunden eigenverantwortlich, im zweiten Ausbildungsjahr steigt die Unterrichtsverpflichtung auf 20 (bei halber Stundenzahl im dritten und vierten auf 10) Unterrichtsstunden.

Grundlage für die organisatorische und fachliche Umsetzung der Qualifizierung am Gymnasium am Mühlenberg ist das Ausbildungskonzept der Schule, welches nachfolgend auf die Situation eines Seiteneinsteigers / einer Seiteneinsteigerin hin angepasst wird.

Organisatorische Voraussetzungen

Der Stundenplan ermöglicht es dem Ausbildungslehrer / der Ausbildungslehrerin, einmal wöchentlich den Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin im eigenverantwortlichen Unterricht anzuhospitieren. Bei Seiteneinsteiger/innen mit halber Stundenzahl erfolgt eine Hospitation in der Regel alle 14 Tage pro Fach, auf Wunsch des Seiteneinsteigers / der Seiteneinsteigerin nach Absprache auch öfter.

Außerdem wird vom Stundenplan berücksichtigt, dass dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin möglichst viele Wochenstunden zu Hospitationen bei den Ausbildungslehrer/innen ermöglicht werden (Ausnahme: Mittwoch = Modultag).

Des weiteren wird vom Stundenplan pro Fach wöchentlich eine gemeinsame Besprechungsstunde für Seiteneinsteiger/in und Ausbildungslehrer/in eingerichtet. Bei Seiteneinsteiger/innen mit halber Stundenzahl erfolgt eine Besprechung pro Fach in der Regel 14tägig, bei größerem Bedarf nach Absprache auch öfter.

Der Mittwoch ist für Seiteneinsteiger/innen unterrichtsfrei und soll zum Besuch von Modulen des IQSH sowie (an den modulfreien Mittwochen) zu Hospitationen bei Fachkolleginnen und Fachkollegen nach selbst festgelegten Kriterien genutzt werden.

Orientierungsgespräch

Der / die Ausbildungslehrer/in führt zu Beginn der Ausbildung und dann jeweils nach sechs Monaten - unabhängig vom Umfang der Beschäftigung - beratende Orientierungsgespräche über die Ausgestaltung bzw. den Stand der Ausbildung. Diese Gespräche sollten kurz protokolliert werden.

Praktische Arbeit der Seiteneinsteiger/innen

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin muss bei Hospitationen durch die Ausbildungslehrer/innen im eigenverantwortlichen Unterricht dem Ausbildungslehrer / der Ausbildungslehrerin regelmäßig

  • eine Stundenverlaufsplanung in Form eines Stundenrasters,
  • einen Entwurf für das geplante Tafel / Folienbild sowie
  • Kopien der in der Stunde verwendeten Unterrichtsmaterialien

vorlegen.

Ein weiteres Blatt sollte folgende Informationen enthalten:

  • eine Kurzbeschreibung der Lerngruppe,
  • ausgewählte Lernziele der Unterrichtseinheit einschließlich der Kompetenzbereiche sowie
  • die wichtigsten Lernziele der Unterrichtsstunde (dem Gang der Stunde entsprechend) mit Zuordnung der Kompetenzbereiche.

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin vereinbart mit den Ausbildungslehrkräften Schwerpunkte der Beobachtung.

Nach jeder begutachteten Stunde sollte – möglichst zeitnah - eine Besprechung der Stunde mit dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin anhand eines Hospitationsbogens erfolgen. Eine Kopie dieses Bogens sollte auch jeweils dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin ausgehändigt werden.

Unterricht unter Anleitung ist aufgrund der hohen Unterrichtsverpflichtung nicht vorgesehen.

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin sollte so früh wie möglich Unterricht in der Oberstufe kennen lernen, indem er / sie z.B. den Unterricht seines / ihres Ausbildungslehrers in der Sekundarstufe II begleitet.

Da es keine Lehrproben mehr gibt, die Seiteneinsteiger aber im Examen für ihre Examenslehrlehrproben ,kurze erläuternde schriftliche Unterrichtsvorbereitungen’ vorlegen müssen, sollen sie im Rahmen von hausinternen Lehrproben pro Semester pro Fach einen ca. 3-Seiten langen Unterrichtsentwurf zu einer Hospitationsstunde vorlegen, der sich an den Kriterien für Examenslehrproben orientiert und folgende Aspekte beinhaltet:

  • Lernziele der Unterrichtseinheit mit Kompetenzbereichen,
  • Lernziele der Unterrichtsstunde mit Kompetenzbereichen,
  • Bemerkungen zur Lerngruppe,
  • Bemerkungen zur Didaktik,
  • Bemerkungen zur Methodik.

Pro Fach soll je ein Entwurf für die Orientierungsstufe, die Mittelstufe und die Oberstufe vorliegen.

Seiteneinsteiger/innen mit halber Stundenzahl führen eine Lehrprobe pro Semester nach denselben Vorgaben durch, wobei im Verlauf der vierjährigen Ausbildung ebenfalls alle Jahrgangsstufen abgedeckt werden müssen. Außerdem sollten Seiteneinsteiger/innen die Gelegenheit nutzen, regelmäßig hausinterne Lehrproben anderer Referendarinnen und Referendare zu besuchen.

Da der Schulleiter bei der Ermittlung der Endnote im Examen ein sehr starkes Gewicht hat, sollte er den Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin möglichst zwei Mal, mindestens aber ein Mal pro Semester pro Fach anhospitieren. Falls der Schulleiter fachfremd ist, wären gemeinsame Hospitationen durch Ausbildungslehrer/innen und Schulleiter im Unterricht des Seiteneinsteigers / der Seiteneinsteigerin sinnvoll. Außerdem sollte der Schulleiter regelmäßig Kontakt zu den Ausbildungslehrkräften aufnehmen, um sich über den Ausbildungsstand des Seiteneinsteigers / der Seiteneinsteigerin zu informieren.

Seiteneinsteiger/innen sollten die Möglichkeit haben,

  • an Klassen-, Kursfahrten, Austauschfahrten, etc. teilzunehmen sowie
  • aktiv fächerübergreifenden Unterricht, Projekte etc. mitzugestalten.

Hospitationen an anderen Schulen

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin sollte nach Möglichkeit auch mindestens ein Mal pro Semester pro Fach bei einem Seiteneinsteiger/einer Seiteneinsteigerin oder einem Referendar / einer Referendarin an einem anderen Gymnasium hospitieren. Ein Kooperationsnetzwerk mit Schulen in Lübeck und dem Lübecker Umland ist aufgebaut.

Modulangebote durch das IQSH

Modulangebote (sowohl Pflicht- als auch Wahlmodule) für die einzelnen Fächer sowie deren Austragungsorte können unter www.lehrerausbildung-sh.de eingesehen werden. Die Module müssen von dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin on-line unter Angabe der Dienststellennummer und eines persönlichen Passwortes gebucht werden. Die gebuchten Module werden automatisch gespeichert.

Der / die Ausbildungslehrer/in sollte den Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin dahin gehend beraten, welche Pflichtmodule sinnvollerweise in welchem Semester wahrgenommen werden sollten. Außerdem sollte der / die Ausbildungslehrer/in – unter Berücksichtigung der Interessen des Seiteneinsteigers / der Seiteneinsteigerin - auch Hilfestellung bei der Auswahl der Wahlmodule geben, um dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin eventuell die Möglichkeit zu geben, bestimmte persönliche Schwerpunkte der Ausbildung im Portfolio dokumentieren zu können.

Das Portfolio

Der Seiteneinsteiger / die Seiteneinsteigerin führt ein Portfolio gemäß den Vorgaben der OVP. Es soll unterrichtliche Schwerpunkte in allen drei Jahrgangsstufen belegen. Dokumentiert und reflektiert werden sollten vor allem u.a. auch von dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin durchgeführte besondere Arbeitsformen und Methoden wie z.B. Lehrbuch unabhängige Unterrichtseinheiten, Projektarbeit, Lernen an Stationen, Wochenarbeitspläne, Lektürearbeit / Erstellung eines Lesetagebuches, Einsatz von Computern und die Durchführung von Fachtagen, sozialen Projekten, Ausstellungen oder Exkursionen.

Im Anhang des Portfolio können die unterrichtlichen Schwerpunkte z.B. durch Stundenraster, ‘Lehrprobenentwürfe‘, Gruppenarbeitsergebnisse (z.B. Collagen), Projektprodukte etc. belegt werden.

Um die Erstellung des Portfolio zu erleichtern, sollten die Seiteneinsteiger/innen jede Stunde, die sie geben, kurz in Form eines Unterrichtstagebuches dokumentieren (wie im Unterrichtstagebuch für die Sekundarstufe II oder im Klassenbuch).

Das Portfolio wird später im Vorfeld der Abschlussprüfung der Information der Prüfungskommission hinsichtlich des Ausbildungsverlaufs dienen.

Hausarbeiten

Hausarbeiten sind für die im Vertrag festgelegte Abschlussprüfung nicht vorgesehen.

Elemente der Ausbildung

Die im Folgenden aufgestellte Liste soll dem der / dem LiV, dem Seiteneinsteiger / der Seiteneinsteigerin helfen, seine Ausbildung zu planen, zu organisieren und sich durch Module, bei den Ausbildungslehrkräften und der Koordination seiner / ihrer Ausbildung die entsprechende Unterstützung zu holen. Die genannten Elemente der Ausbildung müssen mit wenigen Ausnahmen für jedes Fach erarbeitet werden.

(Liste der Elemente der Ausbildung)

 

M. Spanich, Koordinatorin