Mittelstufe

Wahl der dritten Fremdsprache

Bitte bedenken Sie, dass die Entscheidung für eine dritte Fremdsprache eine wichtige Grundlage dafür sein kann, sich eine möglichst große Auswahl bei den Profilen der Oberstufe zu sichern. Darum ist die Entscheidung für eine dritte Fremdsprache bereits in der neunten Klasse besonders sprachlich begabten Schülerinnen und Schülern dringend zu empfehlen.

 

 

3. Fremdsprache Französisch

Empfehlung:
Französisch ist als 3. Fremdsprache besonders zu empfehlen, da man in dieser bis zum Abitur ebenso gute Ergebnisse erzielen kann wie in der 2. Fremdsprache Französisch: eine moderne Fremdsprache lässt sich auch in fünf Jahren noch sehr gut erlernen. Durch vorhandene Lateinkenntnisse hat man in Jahrgangsstufe 12 praktisch das Niveau von F- 2 - Lernern erreicht.

Chancen:
Französisch ist eine Weltsprache: In 33 Staaten ist es Amts- oder Verkehrssprache. In UNO und EU (Brüssel) sprechen ebenso viele Delegierte französisch wie englisch. Frankreich ist in Import und Export unser Handelspartner No.1. Tourismus, Gastronomie und Technik (Airbus, Ariane) sind Bereiche, in denen Französischkenntnisse von Vorteil sind. Für bestimmte Studiengänge werden Französischkenntnisse vorausgesetzt.

Vorteile:
2002 haben die Staats- und Regierungschefs Europas in Barcelona beschlossen, dass jeder Bürger zwei moderne Fremdsprachen beherrschen sollte. (EU-Formel: Muttersprache + 2). Latein zählt natürlich nicht als moderne Fremdsprache. Jeder Schüler bleibt aufgefordert, seine europaweiten Bewerbungschancen in diesem Sinne zu wahren bzw. zu verbessern. An der Schule vorbereitete Sprachdiplome in Französisch (DELF-DALF) und Sprachaufenthalte in Frankreich (Austausch mit Rouen) erhöhen noch das Qualifikationsniveau.

Die ab dem Schuljahr 2008/09 beginnende Profiloberstufe bringt eine Erhöhung der Anforderungen und der Chancen im sprachlichen Bereich mit sich. Französisch kann in den drei Profilen als Kernfach mit vier Wochenstunden belegt werden.


Bonne Chance
Tessmer OStR

 

3. Fremdsprache Latein

Latein ist als dritte Fremdsprache besonders wegen des Latinums wichtig, das bei mindestens ausreichenden Leistungen nach vier Unterrichtsjahren (9. bis 12. Jahrgangsstufe) ohne Prüfung erworben werden kann. Das Latinum wird an der Universität für verschiedene Studiengänge vorausgesetzt. Es ist aber nicht nur deswegen von Nutzen, weil man dort lateinische Quellentexte lesen und übersetzen können muss, sondern auch aus dem Grund, dass die Fachterminologie der modernen Wissenschaft, die international ist und in der ganzen Welt verstanden werden soll, weitgehend auf das Lateinische zurückgeht und auch bei Neubildungen immer wieder aus dem Lateinischen erweitert wird. Schon in der Oberstufe des Gymnasiums sind Lateinkenntnisse dem Schüler in allen Fächern eine große Hilfe für das Verständnis der wissenschaftlichen Fachsprache.

Aber auch in anderer Hinsicht ist das Erlernen der lateinischen Sprache eine hervorragende Einübung in wissenschaftliches Denken und Arbeiten. Hier werden von Anfang an und in jedem Augenblick methodisches Vorgehen und analytisches, problemlösendes und systematisch-abstraktes Denken geschult, Fertigkeiten also, die für wissenschaftliches Arbeiten unabdingbar sind und die im Lateinunterricht in besonders intensiver und ökonomischer Weise erworben werden.

Die Andersartigkeit des Lateinischen, das ins Deutsche übersetzt werden muss, erfordert rationale Analyse und Logik gekoppelt mit Phantasie und Sprachgefühl, ebenfalls Voraussetzungen für wissenschaftliches Arbeiten. Die Übersetzungsarbeit verlangt eine präzise Ausdrucksweise im Deutschen und fördert damit den muttersprachlichen Wortschatz und das Ausdrucksvermögen und das rationale Durchdringen der Muttersprache. Der Formenreichtum des Lateinischen und die Vielfalt der Bezüge im Satz, der ein sinnreiches Netzwerk darstellt, erziehen dazu, verzweigte sprachliche Zusammenhänge zur Kenntnis zu nehmen, die Folgen haben für das realitätsgerechte Erfassen eines Textes. Dies führt den Schüler über das lineare und monokausale Denken hinaus zu einem zeitgemäßen multikausalen und ganzheitlichen Verständnis der Wirklichkeit. Der Lateinunterricht macht so die Vielseitigkeit eines sprachlichen Systems deutlich und zeigt beispielhaft, was Sprache ist.

Die Lektüre lateinischer Autoren fördert das Problemverständnis in der historischen Dimension. Die Schüler lernen, die heutigen Probleme von einem neutralen, distanzierten Standpunkt aus zu betrachten, Denkgewohnheiten und Vorurteile in Frage zu stellen.

Latein ist Grundsprache Europas: Nicht nur die romanischen Tochtersprachen sind mit seiner Kenntnis leichter zu lernen, auch wird die Kompetenz in Englisch und in der Muttersprache gefördert.

Schließlich ist unsere abendländische Kultur durch lateinische Schrift und Sprache, römisches Recht, römische Staatskunst und die über Rom durch die lateinische Sprache zu uns gekommene christliche Religion geprägt. Latein lernen heißt auch, den Zusammenhang der europäischen Kultur von der Antike her besser zu verstehen und daraus einen Beitrag zur Selbstbehauptung der europäischen Völker und Staaten in einer globalisierten Welt zu leisten.


Kalscheuer, StR

 

Wahlzettel_8te_Klasse_2010